Münchens Verkehr hat einen digitalen Zwilling bekommen. “DatSim 2.0 Digital Mobility Twin Munich” bildet die Münchner Mobilität digital ab, um die Wirkung von Maßnahmen zu prüfen. Durch die Simulation können Verkehrs- und Emissionsdaten analysiert und Einsatzrouten im Rettungswesen optimiert werden. Okari entwickelt situative Lenk- und Leitstrategien.
Herausforderung
Die Stadtplanung verändert sich rasant – neue Mobilitätskonzepte und Verkehrswege beeinflussen nicht nur den Alltag von Bürger:innen, sondern auch die Arbeit von Rettungsdiensten und Einsatzkräften. Bei Baustellen, Umgestaltungen oder temporären Sperrungen müssen Rettungsfahrzeuge oft alternative Routen nehmen. Herkömmliche Navigationssysteme berücksichtigen dabei jedoch selten die Sonderrechte von Einsatzfahrzeugen oder das praktische Wissen der Fahrer:innen, was zu ungenauen Zeitprognosen führt.
Lösung
Das Projekt DatSim 2.0 entwickelt einen digitalen Zwilling der Mobilität für die Metropolregion München. Ziel ist es, die aktuelle Verkehrslage und die Auswirkungen zukünftiger Maßnahmen digital abzubilden. Dafür werden umfassende Daten zu Verkehrsströmen, Luftqualität und Mobilität erhoben und hochaufgelöst modelliert. So entsteht eine virtuelle Kopie ganzer Stadtteile, in der Mobilität sowohl physisch als auch digital betrachtet wird. Mobilität wird somit doppelt gedacht – einmal physisch und einmal digital.
Gemeinsam mit kommunalen Stakeholdern untersucht Okari die Auswirkungen von Mobilitätsinterventionen auf die BOS-Einsatznavigation im städtischen Rettungswesen. Konkret werden hierfür situative Lenk- und Leitstrategien entwickelt, die die Navigation für Rettungsdienste in Echtzeit verbessern und gleichzeitig den Individualverkehr berücksichtigen.
Die Okari GmbH begleitet das Projekt durch:
- Identifikation der rechtlichen Rahmenbedingungen, die für das bodengebundene Routing im Rettungswesen gelten
- Entwicklung von Lenk- und Leitstrategien für den Kfz-Verkehr (MIV) zur Entlastung von Rettungswegen (Use Cases)
- Entwicklung von situativen/ortsbezogenen Lenk- und Leitstrategien (Routenführung) für die Berufsfeuerwehr München im Ereignisfall (bodengebundenes Rettungswesen)
- Analyse der Routingergebnisse und Gegenüberstellung dieser mit der Simulation sowie den EMS-Trajektorien
Mehrwert
Durch die verbesserte Datengrundlage und situative Verkehrsstrategien können Rettungskräfte effizienter disponiert, Einsatzzeiten verkürzt und Verkehrsmaßnahmen vorab digital simuliert werden – ein wichtiger Schritt hin zu einer proaktiven und sicheren Stadtentwicklung.
Das Projekt ist Teil des „Münchner Clusters für die Zukunft der Mobilität in Metropolregionen (MCube) – Clusters 4 Future Innovationsnetzwerke für unsere Zukunft“ und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.